Wagenheber – Tests, Informationen & Angebote

Wagenheber im Einsatz
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Jeder vom Hersteller ausgelieferte PKW, Transporter und auch jedes Wohnmobil enthält in seinem Zubehör einen Wagenheber. Er ist äußerst wichtig, damit das Fahrzeug bei einer Unterwegspanne angehoben werden kann. Meist bezieht sich seine Benutzung jedoch auf eine Reifenpanne, denn andere Unterwegsreparaturen sind angesichts seiner eingeschränkten Standfestigkeit problematisch.

Alle Autofahrer und Autofahrerinnen, die bereits einen solchen Wagenheber benutzen mussten, kennen aber auch dessen schwere Bedienbarkeit. Ob mit Kurbel oder einem Zahngestänge – die Bedienung dieses Wagenhebers aus dem Bordzubehör ist immer mit erheblicher Muskelkraft verbunden. Deshalb ist er kaum geeignet, wenn beispielsweise zweimal im Jahr alle vier Räder am Fahrzeug umgewechselt werden müssen. Bereits bei nur einem Familienauto stellt dies einen erheblichen Mehraufwand dar, der angesichts der geringen Standfestigkeit zudem Sicherheitslücken aufweist. Bei mehreren Fahrzeugen indessen ist die Anschaffung eines bedienungsfreundlicheren Wagenhebers unerlässlich. Die Vielzahl von Herstellern hält mit zudem unterschiedlichen Techniken eine fast unüberschaubare Fülle von Wagenhebern zur Auswahl. Welcher ist jedoch individuell am besten geeignet?

Die unterschiedlichen Wirkungsweisen von Wagenhebern

Wagenheber unter VW Golf Variant
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Die sicherlich einfachste Form eines Wagenhebers für die heimische Garage ist der Scherenwagenheber. Er besteht aus vier beweglichen Schenkeln in Form einer Raute, die mittels eines Schraubengewindes zusammengezogen werden. Dabei verändert sich die Höhe des Wagenhebers und das Fahrzeug wird angehoben. Scherenwagenheber beruhen auf dem mechanischen Prinzip und müssen dementsprechend ausschließlich mit Muskelkraft bedient werden. Ihre Leichtgängigkeit resultiert aus der Beweglichkeit der Scheren.

Sie haben eine eingeschränkt große Standfläche, die sich in unbefestigtem Boden schnell eindrücken kann. Ihr Vorteil besteht in der geringen Höhe im Ruhezustand, mit der sie selbst unter tiefergelegten Fahrzeugen verwendet werden können.

Hydraulische Stockheber

Stockheber beruhen auf dem hydraulischen Prinzip. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem Hydraulikzylinder, dessen Stößel bei der Betätigung senkrecht ausgefahren wird. Dazu wird der Zylinder mittels eines Pumpgestänges kräftesparend bedient und nach getaner Arbeit wird der Stößel durch Öffnen eines Ventils wieder abgelassen. Stockheber haben ebenfalls eine geringe Bodenfläche und können deshalb nur auf einer festen Unterlage verwendet werden. Außerdem lässt der Hydraulikzylinder nur eine geringe Hubhöhe zu. Für höhere Fahrzeuge, SUV, Transporter und Wohnmobile sind sie deshalb meist nicht verwendbar.

Rangierwagenheber

Rangierwagenheber sind die in den meisten Fällen praktikabelsten Wagenheber. Sie bestehen aus einem Grundkörper, der auf zwei drehbaren und zwei feststehenden Rädern gelagert ist. Sie werden unter das Fahrzeug geschoben (rangiert) und über einen Hydraulikzylinder bedient. Dabei fährt der Rangierwagenheber seinen Arm aus, der das Fahrzeug anhebt. Beim einseitigen Anheben verändert sich die Position des Fahrzeuges, was sich bei allen anderen Wagenhebern durch ein Verrutschen der feststehenden Räder bemerkbar macht. Der Rangierwagenheber hingegen zieht sich auf seinen Räder automatisch in die korrekte Position. Beim Absenken nimmt das Fahrzeug wieder die ursprüngliche Stellung ein. Auf professionellen Rangierwagenhebern kann das Fahrzeug insgesamt rangiert werden.

Ballonwagenheber

Ballonwagenheber sind eine weniger verwendete Art des Wagenhebers. Sie werden unter dem Fahrzeug platziert, an den Auspuff angeschlossen und mit den Auspuffgasen aufgeblasen. Dabei wird das Fahrzeug wie auf einem Luftballon angehoben. Bei unebenem Boden passt er sich dem Untergrund wie kein anderer Wagenheber an und bietet eine außergewöhnlich große Standfläche. Was als Unterwegshilfe gut sein kann, erweist sich bei Billigprodukten jedoch manchmal als Wunschtraum. Es kann vorkommen, dass der Druck der Abgasförderung nicht ausreicht oder der Motor abstirbt. Das größte Risiko des Ballonwagenhebers besteht jedoch darin, dass bei unkorrekter Positionierung Brems- und Elektroleitungen eingeklemmt werden können.

Pneumatische Wagenheber

Eine weitere Sonderform sind pneumatische Wagenheber. Sie beruhen annähernd auf dem gleichen Prinzip wie die hydraulischen Wagenheber. Sie werden jedoch mit Druckluft betrieben und benötigen deshalb einen vorgeschalteten Kompressor. Deshalb findet diese Form des Wagenhebers fast ausschließlich in stationären Werkstätten ihre Verwendung.

Was muss bei der Wahl des Wagenhebers beachtet werden?

Nicht jeder Wagenheber ist für jedes Fahrzeug geeignet. Es gibt jedoch grundlegende Parameter, die bei der Auswahl unbedingt berücksichtigt werden müssen.

An erster Stelle steht die Tragkraft des Wagenhebers. Alle im Handel erhältlichen Produkte sind zum Anheben von Kleinwagen und Pkw der Kompaktklasse geeignet. Bereits bei der Auswahl des Wagenhebers für die Verwendung an einem SUV oder am Kompaktvan kann diese Tragkraft jedoch nicht ausreichend sein. Bei Transportern, Kleinbussen und Wohnmobilen ist fast immer ein Wagenheber mit mindestens 2 Tonnen Tragkraft erforderlich. Berechtigterweise stellt sich die Frage, ob sich die benötigte Tragkraft beim einseitigen Anheben verringert. Betrachten Sie dies als Sicherheitsreserve. Das Preisgefälle zwischen den Wagenhebern unterschiedlicher Gewichtsklassen ist nicht so groß, um ein Risiko eingehen zu müssen.

Die zweite ausschlaggebende Größe bei der Wahl des richtigen Wagenhebers ist seine Hubhöhe und hierbei muss die Bodenfreiheit des Fahrzeuges unbedingt beachtet werden. Sie bringt kuriose Dinge zum Vorschein. Um nur dieses eine Beispiel zu nennen: Ein Ford Ka hat eine größere Bodenfreiheit als mancher Mittelklasse-Pkw. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf das Augenmaß, sondern nutzen Sie die technischen Maßangaben des Herstellers.

Rangierwagenheber bereits oftmals Probleme, wenn ihre Räder zu klein oder nur billig gelagert sind. Wenn das Gewicht des Fahrzeugs auf dem Wagenheber aufliegt, kann dann bereits eine quer verlaufende Fliesenfuge den Rangiervorgang verhindern.

Eine Selbstverständlichkeit bei der Auswahl sollte sein, dass der Wagenheber über mindestens ein Zertifikat verfügt. Als Mindesteinstufung gilt hierbei das GS-Zeichen. Mehr Sicherheit bietet die Zulassung durch ein technisches Überwachungsunternehmen.

Welches Zubehör wird zu dem Wagenheber benötigt?

Der neuralgische Punkt eines jeden zugekauften Wagenhebers ist seine Aufnahmeplatte, auf der das Fahrzeug aufliegt. Meist ist sie viereckig oder sechs- bis achteckig geformt und erhabene Zacken verhindern das Verrutschen unter dem Fahrzeug. Herstellerseitig bestehen jedoch vorgeschriebene Auflagepunkte, die nur für das Profil des mitgelieferten Fahrzeug-Wagenhebers geeignet sind. Deshalb benötigen Sie zu jedem zugekauften Wagenheber eine separat lieferbare Gummiplatte. Sie ermöglicht eine sanfte Auflage des Fahrzeugunterbodens und schützt diesen vor Beschädigungen an der Konservierung.

Mit dem optimalen Wagenheber arbeiten Sie sicher und effizient.